Seit dem 3. August 2026 hat sich beim KfW-Programm „Jung kauft Alt“ einiges geändert – und zwar spürbar zugunsten von Familien. Wer im Brandenburger Umland, im Ruppiner Land oder der Ostprignitz ein älteres Haus kaufen und selbst bewohnen möchte, sollte diese Förderung unbedingt im Blick haben. Viele der Objekte, die derzeit auf den Markt kommen, stammen aus den 1960er- bis 1990er-Jahren und liegen genau in den Energieeffizienzklassen F, G oder H. Genau für diese Häuser ist das Programm gemacht.
Die Höchstbeträge wurden deutlich angehoben. Familien mit einem minderjährigen Kind können jetzt bis zu 140.000 Euro Förderkredit beantragen, bei zwei Kindern sind es 160.000 Euro und ab drei Kindern sogar 180.000 Euro. Der Zinssatz liegt dank der Verbilligung aus Bundesmitteln aktuell bei rund 0,53 Prozent effektiv – bei einer Laufzeit von 35 Jahren und zehn Jahren Zinsbindung. Zum Vergleich: Marktübliche Bauzinsen für zehnjährige Darlehen bewegen sich im September 2026 um die 4-Prozent-Marke. Die Differenz summiert sich über die Jahre zu einer echten Ersparnis.
Gefördert wird der Ersterwerb selbstgenutzten Wohneigentums. Im Haushalt muss mindestens ein minderjähriges Kind leben, und das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind maximal 90.000 Euro betragen – plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind. Die Immobilie muss zum Zeitpunkt des Antrags in die Energieklasse F, G oder H fallen, und die Antragsteller müssen mindestens die Hälfte des Eigentums halten. Der Antrag läuft über die Hausbank und muss vor dem eigentlichen Vorhaben gestellt werden.
Wichtig bleibt: Der KfW-Kredit deckt nur einen Teil des Kaufpreises. Die Nebenkosten in Brandenburg – allen voran die Grunderwerbsteuer von 6,5 Prozent – sowie der restliche Kaufpreis müssen über Eigenkapital und ein ergänzendes Bankdarlehen finanziert werden. Die Sanierung muss innerhalb von 54 Monaten erfolgen. Neu ist die Flexibilität: Entweder wird das gesamte Haus auf den Standard Effizienzhaus 85 EE gebracht, oder es wird ein festes Paket energetischer Einzelmaßnahmen umgesetzt – also Heizungstausch mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, neue Fenster, Fassadendämmung und Dach- bzw. oberste Geschossdecke.
Wer den Kauf konkret plant, sollte die Reihenfolge ernst nehmen. Zuerst das Objekt gründlich prüfen – Energieausweis, Baujahr, Zustand von Heizung, Fenstern und Dach. Parallel dazu einen groben Sanierungsfahrplan und eine realistische Kostenschätzung einholen, und zwar vor dem Notartermin. Die Einkommensgrenzen und die Zahl der Kinder müssen zu den Fördervoraussetzungen passen. Erst dann sollte die Hausbank eingeschaltet und der KfW-Antrag vorbereitet werden. Nebenkosten und einen ausreichenden Puffer für Unvorhergesehenes gehören von Anfang an in die Gesamtrechnung. Und natürlich bleibt die Lage entscheidend: Schule, Arbeitsweg und Alltagstauglichkeit dürfen hinter der Förderung nicht verschwinden.
Für Verkäufer bedeutet die aktuelle Förderlage eine klare Chance. Wer ein unsaniertes Haus in den Klassen F, G oder H anbietet, spricht genau die Zielgruppe an, die 2026 aktiv sucht. Ein aktueller Energieausweis, ehrliche Angaben zum Zustand und realistische Preisvorstellungen verkürzen die Vermarktungszeit spürbar. Transparenz schafft Vertrauen – und das zahlt sich aus.
„Jung kauft Alt“ ist nach den Verbesserungen vom August 2026 eines der wirksamsten Instrumente, mit denen Familien in Brandenburg den Einstieg ins eigene Haus schaffen können. Gerade hier im Land trifft das Programm auf genau den Gebäudetyp, der häufig angeboten wird. Wer kaufen will, sollte Förderung, Sanierung und Lage von Anfang an zusammendenken.
Gerne unterstütze ich Sie bei der Einschätzung von Objekt, Preis und Finanzierungsrahmen. Melden Sie sich einfach für ein unverbindliches Gespräch.
Ronny Heinrichs
RH Heinrichs Immobilien

